Schwangerschaft

Als werdende Mutter möchten Sie für sich und Ihr Kind alles richtig machen.

Sie bemühen sich deshalb um eine vollwertige Ernährung, die reich an Vita­minen, Mineralien und Spurenelementen ist. Doch auch bei der Zahnpflege gibt es Empfehlungen, die Sie für Ihre eigenen Zähne und die Ihres Kindes beachten sollten.

Was können wir für Ihre Zähne tun?

Die frühere Volksweisheit „Jedes Kind kostet die Mutter einen Zahn" gilt heute nicht mehr. Denn es gibt keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen Schwangerschaft und Karies.

Umstellungen im Hormonhaushalt während der Schwangerschaft führen jedoch zu Veränderungen bei Blutgefäßen und Bindegewebe. Dadurch kommt es zu erhöhter Ent­zündungsbereitschaft des Zahnfleisches, die sich zum Beispiel durch häufigeres Zahn­fleischbluten äußert.

Eine bereits vorliegende, durch Zahnbelag verursachte Entzündung des Zahnfleisches tritt jetzt stärker auf, eine unentdeckte Parodontitis (Parodontose) kann sich verstärken. Unbehandelt kann es sogar zu Abszessen kommen.

Größerer Appetit und Heißhunger auf Süßes und Saures fördern darüber hinaus die Kariesbildung. Auch unter dem in den ersten Schwanger­schaftswochen gelegentlich auftretenden Erbrechen leiden die Zähne. Denn die aus dem Mageninneren abgesonderte aggressive Säure greift den Zahnschmelz an.

Sie sollten deshalb die Zähne nach Erbrechen nicht mit Zahnbürste und Zahnpasta reinigen, sondern besser mit einer fluoridhaltigen Lösung spülen. Der von der Magensäure aufgeraute Zahnschmelz kommt dadurch wieder schneller ins Lot und wird nicht von der Zahn­bürste „weggeschrubbt". Erst nach ca. 30-45 Minuten sollten Sie mit der Zahnbürste und Zahnpasta putzen.

Weiterhin verringert sich die Fähigkeit des Speichels, Säuren zu neutralisieren. Auch das begünstigt Karies, unentdeckte Karies oder beginnende Karies kann sich verschlimmern.

Um Karies und Zahnfleischentzündungen während der Schwangerschaft Einhalt zu gebieten, sollten Sie eine besonders sorgfältige Mundhygiene betreiben.

Dazu gehören:

  • Zähne putzen nach jeder Mahlzeit oder auch nach dem Verzehr von Süßigkeiten (aber nicht nach Erbrechen)
  • Zusätzliche Anwendung von fluoridhaltigen Mundspüllösungen oder Gelees zur Zahnschmelzhärtung
  • Zahnbewusste Ernährung mit wenig Zucker und Kohlenhydraten
  • Regelmäßige Information, Betreuung und Kontrolle durch Ihren Zahnarzt- am besten natürlich vor geplanter Schwangerschaft. Auf jeden Fall aber Kontaktaufnahme bei bestätigter Schwangerschaft.

In der Schwangerschaft betreuen wir die zukünftigen Mütter mit der professionellen Zahnreinigung. Dadurch sind Zahnfleischveränderungen vermeidbar. Weiterhin wird eine Kariesentwicklung entgegengewirkt. 

Tipps für die häusliche Pflege gibt es inklusive. Die gefürchteten Zahnprobleme während einer Schwangerschaft sind dadurch komplett vermeidbar.

Sollten wir bei Ihnen Therapiebedarf feststellen, so werden wir in Abstimmung mit Ihrem Schwangerschaftsverlauf ggf. während der Schwangerschaft Ihre Zähne behandeln.

So können wir verhindern, dass Ihr Säugling über den Kuss hoch aggressive Keime einer nicht therapierten Karies von Ihnen bzw. Ihrem Partner erhält- Karies ist ansteckend!

Wissenschaftler haben herausgefunden, dass Schwangere mit Zahnfleischentzündungen ein siebenfach erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt haben.