Herzerkrankungen

Nach Angaben des Schweizer Universitätsprofessor Heinz H. Renggli begünstigen schwere Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) Gehirn- und Herzinfarkte.

Zahnfleischentzündungen tragen auch zu einem Verschluss vorgeschädigter Blutgefäße bei, so die Kassenzahnärztliche Vereinigung und die Ärztekammer Westfalen-Lippe in einer Mitteilung zu den Forschungen des Schweizers, der sich auf dem Gebiet der vorbeugenden Zahnmedizin verdient gemacht hat. Ursache für die Entzündung und Zerstörung des Gewebes um die Zähne sind Zahnbeläge. Nur tägliches Zähneputzen und die regelmäßige professionelle Zahnreinigung kann diese Plaque-Bildung effektiv verhindern.

ENDOKARDITISPATIENTEN

Unabhängig vom individuellen Risiko für eine Herzinnenwand-Entzündung sollte immer auf eine sorgfältige Mundhygiene, gesunde Zähne und gesundes Zahnfleisch geachtet werden, da dies für den Schutz vor einer Endokarditis besonders wichtig ist.

Bei den ärztlichen Leitlinien für die Endokarditis-Prophylaxe hat sich ein radikaler Wandel vollzogen. So sehen neue ärztliche Leitlinien nunmehr nur noch für Hochrisikopatienten eine medikamentöse Endokarditis-Prophylaxe vor.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde überarbeitet daher derzeit ihre Stellungnahme zur medikamentösen Endokarditis-Prophylaxe und verweist aktuell auf die Leitlinie, wie sie in der Zeitschrift DerKardiologe Ende 2007 veröffentlicht wurde.

Wird sie nicht rechtzeitig behandelt, dann verläuft eine Endokarditis meist tödlich. Dabei befällt diese durch Bakterien oder Pilze verursachte Entzündung der Herzinnenwand vor allem die Herzklappen.

Einer sehr großen Zahl von Herzpatienten wurde deshalb in der Vergangenheit eine spezielle Endokarditis-Prophylaxe empfohlen: Insbesondere bei zahnärztlichen, aber auch vielen anderen medizinischen Eingriffen, bei denen vermehrt Bakterien ins Blut gelangen können, sollten sie 30 bis 60 Minuten vorher Antibiotika einnehmen.

Nach den neuen ärztlichen Leitlinien soll eine medikamentöse Endokarditis-Prophylaxe nunmehr nur noch für Hochrisikopatienten eingesetzt werden.

Die Empfehlung, sich mit Antibiotika vor einer Endokarditis zu schützen, gilt demnach für Menschen mit operierten Herzklappen, Patienten, die bereits eine Endokarditis durchgemacht haben, Menschen mit bestimmten angeborenen Herzfehlern und Patienten nach einer Herztransplantation, die eine Klappenerkrankung entwickeln. Diese Patienten sollten immer einen Endokarditis-Ausweis bei sich tragen, in dem auch der Grund für die Prophylaxe vermerkt ist.

Für Herzpatienten mit niedrigem oder mittlerem Endokarditis-Risiko ergab eine umfassende Auswertung wissenschaftlicher Studien, dass die medikamentöse Endokarditis-Vorsorge nicht bewiesen und damit nicht notwendig ist.

Sollten Sie einen Endokarditis-Ausweis besitzen, dann fragen Sie bitte beim nächsten Besuch bei Ihrem Cardiologen oder Hausarzt, ob die dort vermerkten Endokarditis-Prophylaxe-Regeln auch noch nach der Neufassung der American Heart Assoziation 2007 noch angewendet werden sollen.

Bitte informieren Sie uns an der Rezeption über diese Erkrankung!

Endokarditisausweise